Zwei Fragen kommen im Marketplace immer wieder: „Ist der Link DoFollow?“ und „Welchen Ankertext nehmen wir?“ Fair. Beides kann Rankings beeinflussen. Beides wird aber auch überschätzt – vor allem, wenn Relevanz und Site-Qualität schon wackeln.
Dieser Guide erklärt, was DoFollow und NoFollow praktisch bedeuten, wie Ankertexte natürlich wirken und worauf Sie bei Marketplace-Bestellungen achten sollten, bevor Sie Geld ausgeben.
DoFollow und NoFollow – ohne Mythos
Kurz und unromantisch:
- DoFollow (genauer: Link ohne blockierendes
rel): kann Ranking-Signale weitergeben. - NoFollow (
rel="nofollow", oft auch in Kombination mitsponsored/ugc): signalisiert „nicht als redaktionelle Empfehlung werten“. Nutzen für SEO ist begrenzter, aber nicht automatisch null.
Google hat die harte „NoFollow = ignorieren“-Welt längst aufgeweicht. Trotzdem: Wenn Sie gezielt Autorität aufbauen wollen, bleiben DoFollow-Platzierungen auf passenden Sites der klarere Hebel. NoFollow ist Ergänzung, kein Ersatz.
Was bei Marketplace-Links wirklich zählt (Reihenfolge)
- Themenfit & Markt: deutsche Site für DACH-Intent schlägt „starke“ Random-Domain.
- Platzierung im Content: Fließtext > Footer > Autorenbox-Spam.
- Link-Attribut: DoFollow hilft – wenn 1 und 2 stimmen.
- Ankertext: natürlich im Satz, nicht als Keyword-Stempel.
- Tempo & Mix: viele Exact-Match-DoFollows in zwei Wochen sehen selten „organisch“ aus.
Wer nur Filter „DoFollow = ja“ klickt und den Rest ignoriert, kauft Attribute. Nicht Sichtbarkeit.
Ankertexte: der Mix, der nicht nach Kampagne schreit
Ankertext ist der klickbare Text. Google liest mit. Lesende auch. Wenn jeder zweite Link „beste Kreditkarte Vergleich 2026“ heißt, wirkt das Profil gesteuert – egal wie schön der DR der Publisher-Site ist.
Ein brauchbarer Mix für Marketplace-Kampagnen:
- Marke / Brand: „SEOLinkBuildings“, Firmenname
- Nackte URL: seolinkbuildings.com
- Partial-Match: „Gastbeiträge in Europa buchen“, „Publisher-Katalog vergleichen“
- Generisch: „hier“, „auf dieser Seite“, „mehr dazu“
- Exact-Match: sparsam, und nur wenn der Satz wirklich so gelesen werden würde
Faustregel aus dem Alltag: Schreiben Sie den Satz ohne Link. Klingt er noch menschlich, wenn Sie das Keyword einfügen? Wenn nicht – Anker ändern.
DoFollow filtern im Marketplace – sinnvoll, aber nicht blind
Im Marketplace können Sie Angebote nach Link-Typ und weiteren Kennzahlen vergleichen. Nutzen Sie den DoFollow-Filter als Qualitäts-Hinweis, nicht als einzige Wahrheit.
Vor der Bestellung zusätzlich prüfen:
- Ist DoFollow in der Listing-Beschreibung klar ausgewiesen?
- Passt die Site thematisch und sprachlich?
- Wirkt der Outbound-Bereich der Domain überladen?
- Können Sie den Anker im Briefing natürlich vorgeben – ohne Keyword-Stuffing?
Nach Live-Stellung: URL öffnen, Link prüfen, Attribute notieren. Unstimmigkeiten gehören in den Order-Chat, nicht in eine stille Excel-Liste drei Monate später.
Häufige Fehler (die wir ständig sehen)
- Nur Exact-Match-Anker auf jeder Platzierung
- DoFollow um jeden Preis auf irrelevanten Sites
- NoFollow-Links komplett verteufeln und dadurch Traffic-Chancen liegen lassen
- Ankertext ändern wollen, nachdem der Artikel schon live und indexiert ist – ohne Absprache
- Zehn DoFollow-Links in einer Woche auf eine frische Domain ballern
Nichts davon ist „sofort Penalty“. Vieles davon sieht einfach unecht aus. Unecht ist in 2026 ein schlechtes Signal.
Ein einfacher Briefing-Block für Ihre nächste Bestellung
Kopieren, anpassen, mitbestellen:
- Ziel-URL: …
- Bevorzugter Anker (1. Wahl / 2. Wahl): …
- Tabu-Anker: …
- Erwarteter Link-Typ laut Listing: DoFollow / NoFollow
- Hinweis an Publisher: Link im Fließtext, kein Footer
Klarheit spart Revisionsschleifen. Revisionsschleifen kosten Tage bis zur Live-URL.
Kurz gesagt
DoFollow hilft. NoFollow gehört dazu. Ankertexte entscheiden mit – aber nur im Kontext einer glaubwürdigen Site und eines ruhigen Tempos.
Wenn Sie Marketplace-Links buchen, filtern Sie smart, briefen Sie klar und prüfen Sie Live-URLs. Konto erstellen und im Katalog Angebote vergleichen, bei denen Link-Typ, Markt und Thema zusammenpassen – nicht nur die größte Metrik.
Häufig gestellte Fragen
Sind NoFollow-Links bei Marketplace-Platzierungen nutzlos?
Nein. Sie vererben klassisches PageRank nicht wie DoFollow, können aber Traffic, Markenwahrnehmung und ein natürlicheres Profil bringen. Ein gesundes Linkprofil enthält beides – nicht nur „alles DoFollow, bitte“.
Wie hoch darf der Anteil Exact-Match-Ankertexte sein?
Es gibt keine magische Prozentzahl. Wenn ein Großteil Ihrer Anker exakt dem Geld-Keyword entspricht, wirkt das Profil oft gesteuert. Marke, URL, Partial-Match und generische Formulierungen sollten den Mix tragen.
Kann ich beim Publisher nachträglich DoFollow erzwingen?
Nur wenn das Angebot und die redaktionelle Policy es hergeben. Viele Sites kennzeichnen bezahlte Platzierungen bewusst. Lesen Sie die Listing-Angaben vor der Bestellung – Nachverhandeln nach Live-URL ist mühsam und oft aussichtslos.
Woran erkenne ich den Link-Typ nach Veröffentlichung?
Live-URL öffnen, Link inspizieren (rel-Attribut). Fehlt ein blockierendes rel in der relevanten Form, ist der Link in der Praxis oft dofollow. Dokumentieren Sie das im Order-Chat und prüfen Sie Indexierung getrennt davon.